Zur Bedeutung und Zukunft der Freiwilligendienste in Kindertagesstätten: Bundestagsabgeordnete Lisa Paus besucht Outlaw-Kita Wundtstraße

Am 16. Januar durfte die Outlaw-Kita Wundtstraße die Bundestagsabgeordnete von Charlottenburg-Wilmersdorf Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) in ihrer Einrichtung willkommen heißen. Der Besuch diente der Wertschätzung der Outlaw-Mitarbeiter:innen sowie einem konkreten Austausch über die Chancen und Herausforderungen von Freiwilligendiensten (FSJ) in Kindertagesstätten.

Während eines Rundgangs mit Kitaleiterin Dorothee Langosch erhielt Bundestagsabgeordnete Paus wertvolle Einblicke in den Kita-Alltag. Im Gespräch mit den Mitarbeiter:innen konnte Frau Paus einen praxisnahen Eindruck von der täglichen Arbeit der Fachkräfte gewinnen. Besonders interessierte sie sich für die offene Arbeit der Einrichtung, die Werkstattpädagogik und den Atelierbereich.

Mitten im Geschehen traf Frau Paus auf die FSJ-Mitarbeiterin Sungjung Ra. Schon bei der Begrüßung wurde deutlich, wie wichtig Sungjung für die Kita ist; die Kinder wichen nicht von ihrer Seite. Auf Nachfrage von Frau Paus berichtete Sungjung, dass sie seit September 2024 ihr FSJ in der Kita Wundtstraße absolviert. Im Rahmen ihres Fachabiturs entschied sie sich bewusst für diese Tätigkeit, da sie ihre berufliche Zukunft in der Arbeit mit Kindern sieht. Seit vier Monaten ist Sungjung nun eine geschätzte Kollegin im Outlaw-Team.

Chancen und Herausforderungen des Freiwilligen Sozialen Jahres
Nach dem praxisnahen Rundgang wurden die Chancen und Herausforderungen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in einer anschließenden Gesprächsrunde weiter vertieft. An dem Austausch nahmen die Mitarbeitenden Sungjung Ra (FSJ-Mitarbeiterin), Dorothee Langosch (Kitaleitung Wundtstraße), Christine Huinink (Fachbereichsleitung Kita Berlin) und Klaudia Pacon (Personalmarketing Berlin) teil. Auch Lea Wengel (AWO Landesverband Berlin e.V., Freiwilligendienste) und Dirk Arp-Stapelfeldt (Referatsleiter Jugend, Migration und Beratungsdienste sowie stellvertretender Landesgeschäftsführer der AWO Berlin) wurden eingeladen. Die AWO ist ein langjähriger und wichtiger Kooperationspartner von Freiwilligendiensten für Outlaw in Berlin.

In der Gesprächsrunde wurde die Bedeutung der Freiwilligendienste aus verschiedenen Perspektiven deutlich. Sungjung Ra berichtete, dass das FSJ für sie eine wertvolle Orientierungshilfe war und Dorothee Langosch ergänzte, wie Freiwillige nicht nur das pädagogische Team bereichern. Lea Wengel sprach ebenfalls von der hohen Motivation junger Freiwilliger, was sich auch in einer Vielzahl an Bewerbungen widerspiegelt.

Doch trotz des großen Interesses seitens Träger, Einrichtungsstellen und Bewerber:innen können aktuell keine neuen FSJ-Plätze vergeben werden, da die Bundesmittel seit November 2024 ausgeschöpft sind. Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) fehlt durch die Haushaltsperre das Kontingent für 2025 und im FSJ wurden die Mittel für diesen Jahrgang um 7,5 Prozent reduziert, was spürbare Auswirkungen hat. Obwohl das Interesse von jungen Menschen und Träger groß ist, können aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel keine neuen Plätze geschaffen werden. Dirk Arp-Stapelfeldt von der AWO Berlin äußerte den Wunsch nach einem „Recht auf Freiwilligendienst“ für junge Menschen. Dorothee Langosch hob dabei hervor, dass mehr FSJ-Kräfte eine Bereicherung wären, wenn die Finanzierung es zuließe.

Bundestagsabgeordnete Paus zeigte sich betroffen über diese Situation und betonte, dass sie sich für eine bessere finanzielle Absicherung der Freiwilligendienste einsetzt. Ihre eigenen Erfahrungen im FSJ in einem Kinderheim aber auch Gespräche mit FSJ-Einsatzstellen bestärken sie in ihrem Anliegen.

Der Weg über das FSJ: Ein erfolgversprechender Einstieg in die Ausbildung
Neben der Finanzierung war der Fachkräftemangel ein weiteres Thema des Austauschs, denn dieser hat Auswirkungen auf die Arbeit der Freiwilligen. Gleichzeitig stellen die Freiwilligen eine wertvolle Perspektive im Fachkräftemangel da. Aus den Kitas wird häufig gespiegelt, dass der Weg über das FSJ zur Ausbildung und schließlich dem Einstieg als Fachkraft besonders erfolgversprechend sei. Auf Nachfrage von Frau Paus erklärte Dorothee Langosch, dass etwa die Hälfte bis zwei Drittel der FSJ-Kräfte sich nach ihrem Dienst für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheiden. Lea Wengel verwies in diesem Zusammenhang zudem auf eine Studie, die zeigt, dass Personen, die ein FSJ absolviert haben, eine geringere Abbruchquote in ihrer Ausbildung aufweisen.

Ein erfreuliches Beispiel für den positiven Einfluss eines FSJ ergab sich erst am Vortag, wie Dorothee andeutete. Sungjung Ra verkündete nun auch in der Runde, dass sie sich erst gestern dazu entschlossen hat nach dem FSJ ihre Ausbildung zur Erzieherin in der Kita Wundtstraße zu beginnen. Kitaleiterin Dorothee stellte klar „Das war ein Tag des Feierns.“

Frau Paus zeigte sich ebenfalls sehr erfreut über Sungjungs Entscheidung und wollte mehr darüber erfahren. Sungjung erzählte daraufhin, dass sie durch ihre Schule von dem FSJ erfahren hatte, was sie schließlich dazu motivierte, sich für diese Möglichkeit zu entscheiden. Frau Paus betonte, wie wichtig es sei, dass Schulen junge Menschen verstärkt über solche Perspektiven aufklären. Sungjung berichtete zudem, dass sie es besonders bereichernd finde, sich mit den Auszubildenden in der Kita auszutauschen. Sie reflektiert das, was sie in ihrem eigenen Alltag lernt, im Gespräch mit den Auszubildenden und erhält so wertvolle neue Einblicke, die sie noch weiter motivieren, ihren Weg in der frühkindlichen Bildung fortzusetzen.

Frau Paus setzte sich weiterhin für die Förderung von Freiwilligendiensten ein und ermutigte dazu, junge Menschen stärker auf diese Perspektiven hinzuweisen. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass Sungjung in ihrer Schule vom FSJ erfahren hatte und nun selbst einen positiven Beitrag leistet.

Die Bundestagsabgeordnete stimmte der Forderung nach einem „Recht auf Freiwilligendienst“ zu und betonte, dass es wichtig sei, dieses Recht in Zukunft gesetzlich zu verankern. Sie beendete den Besuch mit der Erklärung, dass die Finanzierung von Freiwilligendiensten ausgebaut werden müsse, um sowohl die Qualität als auch die Anzahl der Plätze langfristig sicherzustellen. Zudem verwies sie auf die Verantwortung der Länder und Kommunen bei der Mittelvergabe und die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.

Zum Abschluss des Besuchs wurde der Frau Paus ein Brief von Eltern überreicht, in dem sie ihre Wünsche und Anliegen an die Bundestagsabgeordnete richteten. Insgesamt wurde allen Beteiligten deutlich, dass im Bereich der Freiwilligendienste und der Fachkräftegewinnung enormes Potenzial steckt.

Für Outlaw war es eine wertvolle Möglichkeit, Anliegen direkt zu platzieren, da diese Themen uns alle betreffen. Wir danken allen Beteiligten für den wertvollen Austausch und freuen uns auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit, um den Freiwilligendienst und die frühkindliche Bildung in Deutschland zu stärken.

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