X-MAL SOZIAL in Hamm: Zwei Wege in die Heilerziehungspflege
Mit dem Start des Projekts X-MAL SOZIAL an unserem Standort Hamm freuen wir uns, Roksana und Roke als erste Auszubildende der kooperativen Ausbildung im Verbund zur/zum Heilerziehungspfleger:in begrüßen zu dürfen.
X-MAL SOZIAL richtet sich an erwachsene Quer- und Wiedereinsteiger:innen, die eine qualifizierte berufliche Perspektive im sozialen Bereich suchen. Die dreijährige Ausbildung wird praxisnah und trägerübergreifend gestaltet, um den Teilnehmenden möglichst vielfältige und realitätsnahe Einblicke in das Berufsfeld zu ermöglichen. Durch jährlich wechselnde Praxiseinsätze sammeln die Auszubildenden wertvolle Erfahrungen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern: Bei Movere e.V in der frühkindlichen Bildung und Psychomotorik, bei Outlaw in der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie beim VKM Hamm e.V. in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Die Gesamtkoordination des Projekts liegt bei Dorothée Schackmann, Geschäftsführerin der Kreisgruppe Unna/Hamm des Paritätischen, in enger Zusammenarbeit mit dem LWL Berufskolleg Hamm, der Agentur für Arbeit und dem kommunalen Jobcenter Hamm. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt außerdem durch die Hochschule Hamm Lippstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Irma Rybnikova.
Einblicke in den Ausbildungsalltag von Roksana und Roke
Roksana hat ihren ersten Praxiseinsatz in unserer Tagesgruppe für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Die Gruppe ist in einer alten Stadtvilla mitten in Hamm untergebracht. Hier erleben die Kinder einen strukturierten, sicheren Tagesablauf, in den Roksana schnell hineingewachsen ist. Sie unterstützt die Kinder bei ihren Hausaufgaben, entwickelt gemeinsam mit ihnen Angebote für den Nachmittag und ist regelmäßig beim Kochen und Vorbereiten kleiner Snacks eingebunden. Aktuell begleitet Roksana ein kreatives Weihnachtsprojekt, bei dem sie mit den Kindern Weihnachtssocken näht. Mittwochs und donnerstags ist sie im LWL Berufskolleg Hamm, wo sie ihre Praxisaufgaben anschließend in der TSM gemeinsam mit ihrer Anleiterin Marie umsetzt.
Der Start war für sie nicht immer leicht. Die Sprache stellte anfangs eine große Herausforderung dar; für sie selbst ebenso wie für die Anleiter:innen. Manche Missverständnisse waren schwer einzuordnen. Lag es an der Formulierung, dem Inhalt oder dem Rollenverständnis? Mit der Zeit, klareren Strukturen und eingespielten Abläufen hat sich vieles positiv entwickelt.
„Es ist wundervoll zu beobachten, dass unsere Kids die noch bestehende Sprachbarriere seitens Roksana mit absoluter Leichtigkeit annehmen und Roksana gerne unterstützen, sollte ihr beispielsweise mal eine deutsche Vokabel entfallen oder eine Beschreibung noch nicht geläufig sein. Roksana wächst dabei sichtbar in ihre Aufgaben hinein und wir freuen uns darauf, sie bis Sommer 2026 auf ihrem weiteren Weg durch die TSM zu begleiten.“, beschreibt Carina Schaeper-Desar, Teamleiterin TSM.
Während Roksana mit Kindern arbeitet, ist Roke in einem ganz anderen Setting unterwegs. Sie absolviert ihren Praxisteil in der Inobhutnahme Hamm, die Jugendlichen zwischen zwölf und siebzehn Jahren einen geschützten Raum bietet, wenn sie aufgrund akuter Krisen nicht im gewohnten Umfeld bleiben können. Roke arbeitet dort an drei Tagen pro Woche und übernimmt zentrale Aufgaben des pädagogischen Alltags in einer Kriseneinrichtung: Dokumentation, Berichtswesen, organisatorische Tätigkeiten, die Begleitung zu Terminen und die Gestaltung von Beziehungen im oftmals herausfordernden Alltag der Jugendlichen. Sie kocht mit ihnen, ist verlässliche Ansprechpartnerin in schwierigen Momenten und unterstützt das Team auch im hauswirtschaftlichen Bereich. Durch ihre vorherige Arbeit in der Inobhutnahme für unbegleitete minderjährige Geflüchtete kennt sie viele Abläufe bereits gut. Neu ist für sie vor allem die Rolle als Auszubildende, eine Umstellung, die sie gut meistert.
„Neben Rokes fachlichen Fähigkeiten und einem durch und durch einfühlsamen Charakter bereichert sie das Team auch in Bezug auf Kultursensibilität und Diversität. Ihre eigenen Erfahrungen und ein damit einhergehendes Verständnis für Krisensituationen kommt den untergebrachten Jugendlichen und dem Team sehr zugute“, betont Sozialarbeiter Jens Albert (Johnny).
Mit X-MAL SOZIAL möchten wir ein zukunftsweisendes Ausbildungskonzept etablieren, das auf die Bedürfnisse vielfältiger Zielgruppen eingeht und neue Zugänge zum sozialen Berufsfeld schafft. Wir danken allen Partner:innen, Beteiligten und den beiden Auszubildenden für die engagierte Zusammenarbeit und freuen uns auf die nächsten Schritte sowie auf viele weitere gemeinsame Erfahrungen auf diesem Weg.