X-MAL SOZIAL – Ausbildung im Verbund in Hamm: Outlaw beteiligt sich an einem neuartigen Ansatz zur Fachkräftesicherung
Wie kann es gelingen, langfristig ausreichend qualifiziertes Personal für den sozialen Bereich zu gewinnen? Das Projekt X-MAL SOZIAL an unserem Standort Hamm möchte eine wegweisende Antwort darauf liefern. Durch Kooperation in einem neuartigen Ausbildungsmodell und die gezielte Förderung von erwachsenen Quereinsteiger:innen soll dem Fachkräftemangel begegnet werden. Nach intensiver Vorarbeit wird ab Sommer diesen Jahres das Modell „Ausbildung im Verbund“ in Hamm umgesetzt. Am Montag fand der Pressetermin zur Unterzeichnung des „Letter of intent“ für das Projekt statt.
X-MAL SOZIAL ist ein innovatives Ausbildungsmodell, das mehrere soziale Träger vereint, um dem Fachkräftemangel gezielt zu begegnen und Quereinsteiger:innen eine neue berufliche Perspektive zu bieten. Im Zentrum steht eine dreijährige kooperative Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in, die unter der Dachorganisation des Paritätischen Spitzenverbandes initiiert wurde. Dorothée Schackmann, Geschäftsführerin der Kreisgruppe Unna/Hamm des Paritätischen, hat die Idee gemeinsam mit dem LWL Berufskolleg Hamm, der Agentur für Arbeit und dem kommunalen Jobcenter Hamm auf den Weg gebracht. Zu den beteiligten Trägern gehören die Outlaw gGmbH, der VKM Hamm e.V. und der Movere e.V.. Die Ausbildung wird durch das Qualifizierungschancengesetz gefördert. Zudem wird das Projekt durch die Hochschule Hamm Lippstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Irma Rybnikova wissenschaftlich begleitet. So wird nicht nur der fachliche Erfolg der Ausbildung bewertet, sondern auch die langfristige Wirkung auf die Integration von Quereinsteiger:innen und die Bekämpfung des Fachkräftemangels im sozialen Sektor.
Tanja Klein, Outlaw gGmbH in Hamm, hat den gesamten Prozess von X-MAL SOZIAL mitbegleitet und -gestaltet. Sie berichtet: „Gemeinsam haben wir ein Praxismodell entwickelt, bei dem die Teilnehmenden in den Bereichen Kita, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen umfassende Erfahrungen sammeln. Der jährliche Trägerwechsel ermöglicht einen breit angelegten Praxisbezug. Dieses Modell bietet uns eine große Chance zur Fachkräftegewinnung und schafft gleichzeitig Raum, voneinander zu lernen und die gemeinsamen Themen, wie Inklusion, durch die Synergien weiterzuentwickeln. Wir alle tragen zu den fachlichen Schwerpunkten der Ausbildung bei. Die Teilnehmenden haben dann am Ende der Ausbildung die Möglichkeit, sich selbst für das Arbeitsfeld zu entscheiden, in dem sie tätig werden möchten. So schaffen wir ein flexibles Modell, das es uns ermöglicht, Fachkräfte nachhaltig für den sozialen Bereich zu gewinnen und dabei bereits in der Ausbildung auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen. Das macht die Ausbildung besonders spannend und eröffnet vielfältige Perspektiven für die zukünftigen Fachkräfte.“
Da es sich bei der Ausbildung im Verbund um ein einzigartiges Projekt handelt, das in dieser Form bislang nicht bekannt war, mussten vorab die Rahmenbedingungen und organisatorischen Details geklärt werden. Tanja Klein gibt einen Einblick in die Herausforderungen, die bei der Umsetzung des Projekts gemeistert werden mussten: „Wir sind mit viel Aktionismus gestartet und standen dabei vor vielen organisatorischen Fragen. Da es dieses Projekt in dieser Form noch nicht gab, mussten grundlegende Themen geklärt und abgesichert werden. Dazu gehörten arbeitsrechtliche Themen, wie man mit unterschiedlichen Arbeitszeiten der Träger umgeht, wie der Vertrag aussehen muss und wie wir gewährleisten können, dass die Ausbildungsanforderungen am Ende erfüllt sind. Die Umsetzung der Idee ist zwar eine Herausforderung, aber wir sind uns sicher, dass sich diese Mühe gelohnt hat und die Chancen überwiegen.“
Unterzeichnung des "Letter of intent" v.l.n.r.: Tanja Klein (Outlaw), Reinhard Fohrmann (KJC), Thomas Helm (Arbeitsagentur),
Birgit Jarosch (Movere) und Jennifer Buhla (vkm)
Eine große Chance ist dabei, dass das Projekt X-MAL SOZIAL eine neue Zielgruppe anspricht und erwachsenen Quereinsteiger:innen eine gezielte berufliche Perspektive im sozialen Bereich eröffnet. Die Zielgruppe umfasst dabei bisher gering qualifizierte erwachsene Personen, Wiedereinsteiger:innen, Quereinsteiger:innen sowie Menschen mit Erziehungszeiten und Migrant:innen. Vor dem Hintergrund der Kampagne „Was für Männer“ des Paritätischen Nordrhein-Westfalen sind im Zusammenhang mit dem bisher geringen Anteil männlicher Fachkräfte in sozialen Berufen auch Bewerbungen von männlichen Interessierten erwünscht.
Auch der breitgefächerten Praxisbezug bietet den Teilnehmenden eine große Chance, die bereits während ihrer Ausbildung die verschiedenen Arbeitsfelder als Heilerziehungspfleger:in kennenlernen. So haben sie die Möglichkeit, ihre Interessen und Stärken zu entdecken und verschiedene Karrierewege im sozialen Bereich zu prüfen.
In den letzten Monaten wurden nun die Grundlagen für das Modell gelegt, sodass das Projekt am Montag offiziell vorgestellt werden konnte. Ab Juni 2025 beginnen dann die ersten sechs Teilnehmenden.
X-MAL SOZIAL startet als regionales Projekt in Hamm, hat jedoch das Potenzial, perspektivisch auf andere Standorte übertragen zu werden. Die Vielfalt der Praxisbereiche im Ausbildungsverbund und die gezielte Ansprache von erwachsenen Quereinsteiger:innen machen es zu einem spannenden Ansatz, der eine neue Zielgruppe anspricht und so auf den Fachkräftemangel reagiert.
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