„Wie entsteht ein Lied?“: Musikprojekt im Kinder- und Jugendhaus EMMERS

Songtext schreiben, Beats produzieren, Ton aufnehmen: Im Dresdner Kinder- und Jugendhaus EMMERS drehte sich im Rahmen des Projekts „Unser eigener Song – wie entsteht ein Lied?“ alles um Musikproduktion. Das von Aktion Mensch geförderte Projekt wurde vom Musiker Alexander Materni geleitet und richtete sich an Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis sechzehn Jahren.

Über mehrere Monate hinweg trafen sich die Kinder und Jugendlichen einmal wöchentlich für jeweils zwei Stunden, um gemeinsam Hip-Hop-Songs zu entwickeln – von der ersten Idee bis zur fertigen Aufnahme. Vorkenntnisse waren nicht erforderlich: Alle Teilnehmenden waren willkommen und konnten sich beim Schreiben der Songtexte kreativ und persönlich ausleben. Im Mittelpunkt standen Themen aus der eigenen Lebenswelt – von Familie und Freundschaft über Schule und Konflikte bis hin zu Wünschen, Träumen oder Vorbilder. Sprachliche Klarheit, Selbstreflexion und persönlicher Ausdruck spielten eine zentrale Rolle. „Uns war dabei aber auch wichtig, gemeinsam einen kritischen Blick auf Hip-Hop-Medieninhalte zu werfen – vor allem auf Sprache, Rollenbilder und die Frage nach Authentizität“, betont das Team vom EMMERS.

In den Workshops lernten die Teilnehmenden, ihre Gedanken in Reime, Flows und Strophen zu verwandeln. Begriffe wie Punchline, Hook, Taktmaß oder Flow wurden spielerisch erklärt und praktisch angewendet. Mit Beatmaking-Software und MIDI-Controllern produzierten die Teilnehmenden eigene Beats, wählten Samples aus und bestimmten Tempo sowie Stimmung der Songs. Ergänzend kamen Instrumente wie Keyboard, E-Drums oder kleine Percussioninstrumente zum Einsatz. So erhielten die Kinder erste Einblicke in Musikproduktion, Sampling, Arrangement und Sounddesign.

Auch beim Recording wurde individuell auf die Teilnehmenden eingegangen. Stimmlage, Ausdruck, Artikulation und Rhythmusgefühl wurden gezielt geschult. Viele Kinder profitierten besonders von der intensiven Mikrofonarbeit, die Selbstbewusstsein, Konzentration und Durchhaltevermögen förderte. Die Aufnahmen wurden gemeinsam angehört, reflektiert und auf Wunsch weiterbearbeitet. „Die Kinder konnten während des Projekts zwischen verschiedenen Rollen wechseln – etwa als Beatbauer:in, Texter:in, Sänger:in oder Coach – je nach Neigung und Tagesform.“

Im Projektverlauf produzierten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen mehrere Songs, die sie in Kleingruppen vorstellten. Einer davon ist der Song „Gerade schief“, der auf YouTube angehört werden kann:
 

„Insgesamt war das Projekt ein voller Erfolg und wurde von den Kindern und Jugendlichen mit großer Begeisterung angenommen“, zieht das Team ein positives Fazit.

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