„Von Wut bis Glücksgefühl“: Kunstausstellung im Jugendzentrum Sprakel

Was passiert, wenn junge Menschen ihren Gefühlen Raum geben? Am 24. Januar zeigte das Jugendzentrum Sprakel, wie vielfältig Emotionen künstlerisch Ausdruck finden können. In einer öffentlichen Kunstausstellung präsentierten rund 13 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 15 Jahren ihre Kunstwerke. Entstanden sind diese im Rahmen eines Praxisprojekts unter der Begleitung von Praxissemestlerin Wiebke Schäfer.

Von Fotografie über Graffiti bis hin zu Collagen: Emotionen kreativ sichtbar machen
Im Mittelpunkt der Ausstellung stand das Thema Emotionen. Von Freude über Angst, Wut, Liebe, Einsamkeit bis hin zu Hoffnung machten die Arbeiten individuelle Gefühlswelten sichtbar. Mithilfe unterschiedlicher Techniken wie Fotografie, Linoldruck, Collagen, Pastellkreide, Acrylfarben, Graffiti oder musikalischer Elemente entstanden Werke, die Stimmungen transportierten und nonverbale Ausdrucksformen eröffneten. Ziel war es, Emotionen nicht nur zu benennen, sondern sie so darzustellen, dass Betrachter:innen die jeweilige Stimmung nachempfinden können.

Über zwei Projektwochen hinweg setzten sich die Kinder und Jugendlichen intensiv mit Kunst und Gefühlen auseinander. Besonders gut angenommen wurden die Gestaltung von "Gefühlsmonstern", das Arbeiten mit Pastellkreide sowie das Erstellen von Collagen. Eigenverantwortung spielte dabei eine zentrale Rolle: Die Kinder und Jugendlichen planten ihre Arbeitsschritte, probierten Techniken aus, trafen eigene Entscheidungen und entwickelten ihre Werke selbstständig weiter. So wurden Selbstwirksamkeit und Ausdrucksvermögen nachhaltig gestärkt.

„Kunst eröffnet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Gefühle sichtbar zu machen, für die es manchmal keine Worte gibt – und genau darin liegt ihre besondere Stärke. Umso schöner war es, im Rahmen der Ausstellung die entstandenen Werke zu präsentieren und diese emotionalen Ausdrucksformen für andere erlebbar zu machen“, beschreibt Wiebke Schäfer den Kern des Projekts.

Am Ausstellungstag selbst wurde Kunst nicht nur präsentiert, sondern aktiv erlebt. Emotionspantomime, das gemeinsame Erstellen von Playlists zu unterschiedlichen Gefühlen oder kreative Mitmachangebote luden die Besucher:innen dazu ein, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

„Das Projekt hat noch einmal verdeutlicht, wie Kunst einen geschützten und inklusiven Raum schaffen kann, in dem Kinder und Jugendliche ihre Gefühle reflektieren und sich selbst besser verstehen lernen“, resümiert Wiebke Schäfer und ergänzt abschließend: „Ich hoffe natürlich, dass wir das Kunstangebot ganz bald wiederholen können.“

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