Sparvorschlag der Stadt Münster stellt Finanzierung des Fanprojektes „FANport Münster“ erneut vor Herausforderungen

Zum Jahreswechsel erreichten den FANport Münster, Outlaws sozialpädagogisches Fanprojekt, kritische Nachrichten aus der Stadtverwaltung Münster. Im Entwurf des Doppelhaushalts 2026/27 ist eine Reduzierung der Förderung des FANports um 25.000 Euro vorgesehen. Bereits im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2025 war das Projekt von Kürzungsüberlegungen betroffen. Mit dem aktuellen Haushaltsentwurf steht die Finanzierung der Fansozialarbeit in Münster nun erneut zur Debatte.

Was auf den ersten Blick wie eine überschaubare Einsparung aussieht, hätte allerdings gravierende Folgen, denn: Jeder Euro der Stadt wird durch Mittel des Landes NRW und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ergänzt. Kürzt die Kommune ihren Anteil, ziehen die anderen Fördergeber nach. Eine Kürzung von 25.000 Euro durch die Stadt Münster würde deshalb voraussichtlich ein Loch von rund 100.000 Euro in den Gesamthaushalt des Projektes reißen.

Massive Auswirkungen auf die Fansozialarbeit
Ein solcher Einschnitt würde die Arbeit des Fanprojektes massiv beeinträchtigen. Mit einem derart reduzierten Budget wäre die aktuelle sozialpädagogische Arbeit mit Fußballfans kaum noch möglich. Präventionsarbeit, Alltagshilfen, Beziehungsarbeit mit Jugendlichen sowie Begleitung an Spieltagen wären stark gefährdet.

„In der Arbeit mit jungen Fans verbinden sich Sozialpädagogik, Prävention und gesellschaftliches Engagement. Wir erreichen an Spieltagen Jugendliche, die ansonsten nicht am Hilfesystem angedockt sind, vermitteln Werte wie Respekt und Fairplay und schaffen Räume für Konfliktlösungen. Eine Kürzung der Mittel würde diese Strukturen gefährden und den Jugendlichen die kontinuierliche Unterstützung entziehen, die sie in dieser wichtigen Lebensphase benötigen", betont FANport-Leiter Edo Schmidt und ergänzt: „Deshalb kritisieren wir diese Sparpläne aufs Schärfste. Die Fansozialarbeit ist unverzichtbar, weil sie genau dort ansetzt, wo andere Angebote der städtischen Jugendhilfe nicht greifen – im Stadion, auf Auswärtsfahrten oder beim Sport. Sie legt gezielte Schwerpunkte auf Demokratieförderung, Gewaltprävention und den Umgang mit Diskriminierung und stärkt so das soziale Miteinander, die Selbstverantwortung der Jugendlichen und ihre Orientierung im Alltag.“

Der Bedarf der Fansozialarbeit wächst seit Jahren. Durch den sportlichen Aufstieg des SC Preußen Münster hat sich die Zahl der erreichten jungen Fans deutlich erhöht. Das Stadion ist regelmäßig ausverkauft, viele Jugendliche finden erstmals den Weg in die Fankurve. Ab Mitte 2026 wird dieser Trend durch den Stadionumbau weiter verstärkt. Zusätzlich ist geplant, die aktuelle Geschäftsstelle des Vereins zu einem Fanhaus auszubauen – als Anlaufstelle für junge Fans und für soziale und kulturelle Angebote. Eine Kürzung der Mittel würde auch diese Entwicklung ausbremsen.

Bereits 2024 hatte die Politik ein ähnliches Sparvorhaben gestoppt, weil deutlich wurde, dass hier an der falschen Stelle gespart würde. Die aktuellen Rahmenbedingungen sprechen nicht für weniger, sondern für mehr Investitionen in die sozialpädagogische Fanarbeit.

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