Schüler:innen im Dialog mit Ministerin Feller – Ein starkes Signal für politische Beteiligung
Ein Raum voller junger Stimmen, ehrlicher Fragen und echter Beteiligung: Am 23. Januar wurde das Schlaun-Gymnasium zum Treffpunkt für rund 90 engagierte Schüler:innen aus ganz Münster, die im Fishbowl-Format mit Schulministerin Dorothee Feller über mentale Gesundheit, individuelle Förderung, Bildungsgerechtigkeit und faire Leistungsbewertung diskutierten. Der offene Austausch hat eindrucksvoll gezeigt, wie kraftvoll Beteiligungsformate sein können, wenn Jugendliche ernst genommen werden und ihre Perspektiven Gewicht bekommen.
Das Geschäftsfeld Jugend I Bildung I Projekte hat dieses besondere Dialogformat organisatorisch unterstützt und begleitet. Es war ein inspirierender Tag, der Mut macht und Lust auf mehr Beteiligung weckt. Die Jugendlichen trafen mit ihren Themen genau den Nerv der Zeit.
Konzepte für eine stabile Mentale Gesundheit
Viele Schüler:innen sprachen offen über Belastungen, die sie im Alltag erleben: die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der Druck durch soziale Medien und ein Schulsystem, das hohe Leistungserwartungen stellt. Die zentrale Frage: Wie kann Schule ein Ort werden, an dem mentale Gesundheit geschützt und gestärkt wird?
Die Jugendlichen wollten wissen, welche Erwartungen die Ministerin an Lehrkräfte hat – und ob diese ausreichend vorbereitet sind, um Schüler:innen in Krisen zu unterstützen. Der Wunsch nach mehr Sensibilität, mehr Wissen und mehr Zeit für Gespräche war deutlich spürbar.
Bewegung und Ernährung gehören in den Schulalltag
Auch körperliche Gesundheit spielte eine große Rolle. Die Schüler:innen wünschen sich:
- mehr Bewegungsmöglichkeiten im Unterricht und in Pausen
- zeitgemäße Sportangebote
- bessere Aufklärung über gesunde Ernährung
Viele berichteten, dass sie sich im Schulalltag zu wenig bewegen und dass Ernährung oft nur am Rand thematisiert wird – obwohl sie wissen, wie sehr beides ihr Wohlbefinden beeinflusst.
Soziale Gerechtigkeit bedeutet gleiche Bildungschancen für alle
Ein besonders intensiver Teil der Diskussion drehte sich um Chancenungleichheit. Die Jugendlichen benannten klar, was Studien seit Jahren zeigen: Der Bildungsweg hängt in Deutschland noch immer stark vom Bildungsgrad der Eltern ab.
Ihre Fragen an die Ministerin zielten darauf ab:
- Wie wird Bildung gerechter?
- Wie werden Kinder aus Arbeiter:innenfamilien besser gefördert?
- Muss das Schulsystem durchlässiger werden?
Einige Schüler:innen berichteten von Diskriminierungserfahrungen durch Lehrpersonen – ein Thema, das sie sichtbar bewegte. Sie wollten wissen, welche konkreten Maßnahmen das Land ergreift, um Schulen diskriminierungsfrei zu gestalten.
Leistungsnachweise und Noten individuell und persönlich
Auch die Frage nach fairer Leistungsbewertung wurde engagiert diskutiert. Die Schüler:innen wissen, dass Noten wichtig sind – aber sie erleben auch, dass diese nicht alle Fähigkeiten abbilden. Besonders Jugendliche mit schwierigeren Startbedingungen fühlen sich benachteiligt. Eine individuelle Leistungsbeschreibung als Ergänzung zu den herkömmlichen Zeugnissen fand große Zustimmung.
Frau Feller hat sich allen Fragen offen und ehrlich gestellt. Ihr Besuch hat gezeigt, wie wichtig es ist, Schüler:innen aktiv in politische Prozesse einzubeziehen. Die Offenheit, mit der sie ihre Sorgen und Wünsche formulierten, macht Mut – und sie macht deutlich, dass Bildungspolitik nicht über junge Menschen hinweg gestaltet werden darf.
„Was wir hier gesehen haben, ist gelebte Demokratie: Jugendliche, die ihre Anliegen klar formulieren, und eine Politik, die zuhört. Genau solche Räume wollen wir mit unseren Projekten schaffen. Die Themen, die die Schüler:innen angesprochen haben – mentale Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, faire Leistungsbewertung – zeigen, wie klar die Jugendlichen sind und wie dringend wir ihre Perspektiven brauchen. „Nur wenn wir junge Menschen ernst nehmen, können wir ein Bildungssystem gestalten, das wirklich zu ihnen passt“, erklärt Vera Kalkhoff, Geschäftsleitung Jugend I Bildung I Projekte bei Outlaw und ergänzt: „Wir werden das Format weiter nutzen und es mit Leben füllen.“