Partizipation ermöglicht ein gutes Zusammenleben – Teamtag in der Outlaw-Wohngruppe Ermelstraße

"Was ist toll, was nervt bei uns? Was wünschen wir uns im Umgang miteinander? Wo wünschen wir uns Veränderung?" mit diesen und anderen Fragen setzten sich die Bewohner:innen und das Outlaw-Team der Dresdner Wohngruppe Ermelstraße - Mädchenwohnen bei ihrem Teamtag auseinander. Als passenden Tag hatten sie dafür den 8. März gewählt – den Internationalen Weltfrauentag. In der Mädchenwohngruppe leben aktuell acht Bewohner:innen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren sowie das zweijährige Kind einer Bewohnerin. Zu dem Outlaw-Team gehören acht festangestellte Sozialpädagog:innen, eine studentische Hilfskraft und eine Dualstudentin – sie alle "rocken die Dienste" in familienähnlichen Strukturen in einem 24h-Schichtsystem. Viele Menschen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen!

"Da mein Blick und mein Herz auf die Bedürfnisse der Mädchen und die Themen Beteiligung, Selbstvertretung und Rechte der Kinder- und Jugendlichen gerichtet ist, wollte ich mit diesem Teamtag den Grundstein für ein für beide Seiten gewolltes, wohlwollendes Miteinander legen. Da meine Kolleg:innen und ich mit unserer Arbeit nur zu Gast in dem Zuhause der Mädchen sind, haben die Mädchen die Möglichkeit sich einen wunderschönen, sicheren Lebensort nach ihren Vorstellungen zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten und positiv entwickeln können," sagt die derzeitige stellvertretende Teamleiterin Rita Rubzew und führt weiter aus: "Das Ziel der Wohngruppe ist eine Verselbstständigung der jungen Frauen mit Umzug in den eigenen Wohnraum – d.h. sie müssen erst einmal lernen, wie sich ein Wohnalltag organisieren lässt. Statt einer vorgegebenen Struktur, in dem die Mädchen leben 'müssen', wollten wir gemeinsam mit den Bewohner:innnen einen Rahmen und eine Lebenswelt schaffen, in der sie mit uns gemeinsam leben 'wollen'. Das sehen wir als Grundlage für ein wertvolles und harmonisches Miteinander. Dieser Austausch oder ähnliche Projekte schaffen ein großes Maß an Vertrauen und Wertschätzung, was wiederum die Basis für ein respektvolles und produktives Arbeitsverhältnis schafft."

Für das leibliche Wohl haben alle vorher gemeinsam ein leckeres Buffet zubereitet – damit konnte der Teamtag starten! Zum Auftakt klebten sich alle einen Zettel auf den Rücken, auf den die Anderen jeweils drauf geschrieben haben, was sie an dieser Person schätzen. "Alle haben mitgemacht und es sind so tolle, herzerwärmende Worte entstanden", erinnert sich Rita Rubzew lächelnd.

Nun ging es an den Flipcharts weiter, die im Raum verteilt mit verschiedenen Fragestellungen bestückt waren: "Wo wünschen wir uns mehr Mitsprache, wo mehr Transparenz und mehr Infos?", "Fühlen wir uns gehört? Was brauchen wir dafür?", "Wo wünschen wir uns Veränderung?", "Was nervt uns?" und "Was sind unsere Wünsche an ein Miteinander?" Unter jeder Fragestellung haben sie ihre Ideen und Wünsche gesammelt. Die Ergebnisse wurden mit Hilfe von Schlagworten strukturiert und somit ersichtlich gemacht. Mit Klebepunkten versahen sie die Themen, die sie zuerst priorisiert angehen wollten – z.B. wurde in Kleingruppen das Thema "Sauberkeit innerhalb der WG/Putzämter" auf den Prüfstand gestellt. Auf Flipcharts wurde dann der IST-Stand, der SOLL-Stand und das "Wie kommen wir da hin?" notiert und weiterbearbeitet.

Der Anfang ist also gemacht: Strukturen, Regeln, tägliche Abläufe, die WG-Gestaltung, der Umgang Miteinander und die Transparenz innerhalb der Arbeit des Teams ist auf den Prüfstand gestellt worden, um sie unter Einbezug der Bedürfnisse und Wünsche aller für das zukünftige Zusammenleben anzupassen. "Ich bin sehr dankbar dafür, dass das für alle Teammitglieder gleichermaßen auf Resonanz gestoßen ist und wir als Team eine Haltung leben, bei der die Mädchen an vorderster Stelle stehen. Ein dickes Danke ins Team! Und natürlich auch an die Mädchen für ihr Vertrauen und ihre Ehrlichkeit", zieht Rita Rubzew ein positives Fazit und gibt einen Einblick in den aktuellen IST-Stand der Wohngruppe: "Im Alltag wird derzeit weiter am Thema Sauberkeit und Putzämter gearbeitet. Wir planen außerdem eine Fortsetzung des Teamtages außerhalb der WG, denn alle Themen und Wünsche konnten wir natürlich nicht behandeln. Dafür wollen wir an zwei Tagen inklusive Übernachtung das Nützliche mit angenehmer Freizeit verbinden. Alle Mädchen sowie Betreuer:innen waren wieder sofort Feuer und Flamme."

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