„Kinderstimmen für Demokratie“: Projekt aus Outlaw-Hort in Dresden für Deutschen Kinder- und Jugendpreis 2026 nominiert

Große Freude in Dresden-Pieschen: Das Projekt „Kinderstimmen für die Demokratie – eine Radiosendung von Kindern für Kinder“ ist für den Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026 nominiert. Damit gehört das Dresdner Projekt zu den bundesweit sechs ausgewählten Initiativen in der Kategorie „Politisches Engagement“. Entstanden ist die nominierte Radiosendung im Rahmen eines Hortprojekts an der 147. Grundschule in Dresden-Pieschen. Im Outlaw-Hort entwickelten die Kinder in ihrer Grundschulradio-AG „Radio 147“ eine eigene Sondersendung zu den Themen Nationalsozialismus und Demokratie.

Ein Projekt von Kindern – für Kinder
Die Idee kam von den Kindern selbst. Sie entstand auf dem Schulhof, als sie diskutierten, woher der Begriff „Nazi“ eigentlich kommt, was Menschen tun, die sich wie „Nazis“ verhalten und warum es den Begriff auch heute noch gibt. Aus diesen Fragen entstand der Wunsch, genauer hinzuschauen - und dies im Rahmen einer Radiosendung für andere Kinder zu tun. Mit pädagogischer Begleitung recherchierten sie zur Zeit des Nationalsozialismus, beschäftigten sich unter anderem mit der Geschichte von Anne Frank, sprachen über gesellschaftlichen Zusammenhalt und darüber, was Demokratie für sie persönlich bedeutet. Sie diskutierten, schrieben eigene Beiträge, nahmen Interviews auf und setzten ihre Ergebnisse kreativ um. So entstand eine Sendung, die zeigt: Politische Bildung beginnt nicht erst in der weiterführenden Schule. Kinder setzen sich ernsthaft, differenziert und verantwortungsvoll mit gesellschaftlichen Themen auseinander – wenn man ihnen Raum dafür gibt. Hier könnt ihr die Folge über Spotify anhören.

Kindern zuhören heißt Demokratie stärken
Federführend organisiert und pädagogisch begleitet wurde das Projekt von unserer Kollegin im Hort Sarah Gundel. Sie betont: „Kinder wachsen in einer von Politik geprägten Welt auf – deshalb ist politische Bildung im Grundschulalter unverzichtbar. Mit der Sondersendung machen die Kinder ihre Stimmen hörbar.“ Sarah Gundel ergänzt: „Dass wir jetzt für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis nominiert sind, verdanken wir ihrem Mut, ihrer Kreativität und ihrer Ausdauer – ohne die Kinder gäbe es diese Sondersendung nicht. Projekte wie diese entstehen, wenn wir Kindern zuhören, ihre Perspektiven ernst nehmen und sie als eigenständige Träger:innen von Meinungen und Rechten anerkennen.“

Hintergrund
Der Deutscher Kinder- und Jugendpreis wird seit 2004 vom Deutsches Kinderhilfswerk verliehen und zeichnet bundesweit Projekte aus, in denen sich Kinder und Jugendliche aktiv für ihre Rechte und die Rechte anderer einsetzen. Ziel des Preises ist es, junges Engagement sichtbar zu machen, Beteiligung zu stärken und die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland zu fördern. Vergeben wird die Auszeichnung in den Kategorien Politisches Engagement, Solidarisches Miteinander und Kinder- und Jugendkultur. Mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld ist er der höchst dotierte Beteiligungspreis für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2026 im Europa-Park in Rust statt. Neben der feierlichen Auszeichnung erwartet die nominierten Kinder ein besonderes Erlebniswochenende.

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