Interner Fachtag: „Brücken bauen – mit Eltern konstruktiv im Dialog“

Elternarbeit ist ein zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und basiert auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften. Dennoch stoßen beide Seiten immer wieder an Grenzen. Wie lassen sich diese überwinden und Brücken bauen? Um diese Fragen zu klären, trafen sich am 20. Mai 2025 rund 35 Fachkräfte aus verschiedenen Dresdner Outlaw-Arbeitsfeldern zum internen Fachtag „Brücken bauen – mit Eltern konstruktiv im Dialog“ im Kinder- und Jugendhaus EMMERS am Standort Dresden.

Die Idee zum Fachtag entstand direkt aus den Teams, aus dem Wunsch heraus, Herausforderungen und Potenziale der Elternarbeit intensiver zu beleuchten. Ein Vorbereitungsteam aus fünf Mitarbeiterinnen verschiedener Bereiche – stationäre Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Bildung, Projekte und Fachbereichsleitung Elke Wellemeyer – plante die Veranstaltung seit Januar. Für das Gelingen des Fachtags luden sie Referent:innen ein, kümmerten sich um die Verpflegung, Räumlichkeiten sowie Einladungen und erstellten eine detaillierte Ablaufplanung. Die Hauptverantwortung lag bei Manja Fischer, Diplom-Psychologin / Systemische Familientherapeutin, DGSF und bei Outlaw als psychologische Fachberaterin tätig.

Gut vorbereitet startete der Fachtag mit einem entspannten Ankommen bei Kaffee und Snacks; eine gute Gelegenheit für bereichsübergreifenden Austausch. Um 9:30 Uhr eröffnete Thomas Meyer-Deharde, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Familientherapeut, den inhaltlichen Teil. Nicht etwa mit einem klassischen Vortrag, sondern interaktiv mit Praxisbeispielen der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Diese führten über zu den zentralen Fragen: Welche Anforderungen stellt kindliche Entwicklung an Eltern, und wie können Fachkräfte sinnvoll unterstützen? Eine klare Auftragsklärung sei dabei entscheidend. Seine These und Grundhaltung für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Eltern wollen gute Eltern sein.

Anschließend verteilten sich die Teilnehmenden auf zwei parallele Workshops. Zum Thema „Empathie und Strategie – Elternsein mit psychischen Belastungen“ arbeitete Thomas Meyer-Deharde mit den Teilnehmenden an konkreten Fallbeispielen. Zeitgleich bot Stefan Höring (BIP) im großen Saal den Workshop „Wenn’s fetzt – Arbeit mit (hoch-)strittigen Eltern“ an und stellte mit vielfältigem Material Methoden für den Umgang mit konflikthaften Familiensituationen vor. Nach dem intensiven Vormittag sorgte die Jugendwerkstatt „Mc Mampf“ mit einem leckeren Suppenangebot für Stärkung in der Mittagspause.

Am Nachmittag fanden erneut zwei Workshops parallel statt. Der Workshop „Brücken der Verständigung – Arbeit mit Familien mit Migrationsgeschichte“ mit Peter Streubel und Sarah Tamme (Fachstelle für Migration) lud zur Reflexion über gelingende und herausfordernde Situationen in der Elternarbeit ein. Zeitgleich fand unter freiem Himmel der Workshop „Perspektive inklusive – Arbeit mit Eltern mit kognitiven Einschränkungen“ mit Victor Garrido Campos (HzE Dresden-Prohlis) statt. Hier arbeiteten die Teilnehmenden praxisnah an Hilfeplanvorbereitungen, tauschten Erfahrungen aus und probierten verschiedene Methoden aus.

Der Fachtag lieferte viel Input und griff praxisnahe Themen auf. Etwa die Erkenntnis, dass Elternarbeit ein Kooperationsangebot ist, das Eltern annehmen können, aber nicht müssen. Im abschließenden Feedback wurde deutlich, dass die Workshops eine wertvolle Gelegenheit für fachbereichsübergreifenden Austausch boten. Es wurde als sehr gewinnbringend wahrgenommen, dass neben dem Bereich der Hilfen zur Erziehung auch Kolleg:innen aus KiTa und Hort angemeldet waren. Für die nächste Veranstaltung äußerten Teilnehmende den Wunsch nach mehr Realitätsnähe und einem strukturierteren Einstieg. Ein Punkt, den auch das Vorbereitungsteam aufgriff. Insgesamt war es eine bereichernde Veranstaltung, deren Wiederholung sich unter Berücksichtigung des Feedbacks auf jeden Fall lohnt.

Vielen Dank an alle, die sich in der Vorbereitung engagiert haben (Silvana Zühlke, Ines Brauer, Marlen Prescher und Manja Fischer) und an alle Teilnehmenden für den interessierten und lebendigen Austausch.

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