Von links: Islim Ince, Dr. Francesca Laluna, Prof. Yuichi Toda, Prof. Dr. Philipp Jugert, Atsuka Henkel

Interkulturelles Bildungsprojekt: Kita-Sozialarbeiterin der Kita Hildegardstraße bringt Praxisperspektive ein

Was bedeutet transkulturelle Empathie im Kita-Alltag? Und wie wirken sich eine Migrationsgeschichte, Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt auf die pädagogische Arbeit aus? Mit diesen und weiteren Fragen setzte sich am 18. Juni ein interkulturelles Bildungsprojekt an der Universität Duisburg-Essen auseinander. Mittendrin: Islim Ince, Kita-Sozialarbeiterin der Outlaw-Kita Hildegardstraße in Leipzig, die ihre Perspektiven und Erfahrungen in die Diskussion einbrachte.

Eingeladen wurde sie von Professor Yuichi Toda der Osaka University of Education, der das Bildungsprojekt ins Leben lief. Unterstützt wurde das Projekt von Professor Dr. Philipp Jugert der Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl für Sozialpsychologie) sowie von Professorin Masanori Shiraishi der Otsuma Women’s University, die online aus Japan zugeschaltet war. Auch Atsuka Henkel, Mutter eines ehemaligen Kita-Kindes der Kita Hildegardstraße war anwesend, ebenso Dr. Francesca Lalune, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG "Interkulturelle Psychologie-Migration und Integration" der Universität Duisburg-Essen. 

Im Mittelpunkt des Projekts stand das Thema „Transkulturelle Empathie in der Bildungspraxis“. Im Rahmen einer Vorlesung erhielten die Studierenden die Gelegenheit, biografische Einblicke und fachliche Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte kennenzulernen. Atsuka Henkel, Professor Toda sowie Kita-Sozialarbeiterin Islim Ince hielten jeweils einen 15-minütigen, bildgestützten Vortrag, in dem sie ihre persönlichen Biografien sowie ihre berufliche Haltung im interkulturellen Kontext beleuchteten. Dabei wurde deutlich, wie individuelle Erfahrungen und fachliches Wissen das pädagogische Handeln im Alltag mit Kindern und Familien prägen.

„Interkulturelle Arbeit schafft Räume, in denen Brücken gebaut werden“
Die Kita-Sozialarbeiterin Islim Ince arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit Professor Toda zusammen. Was einst mit Interviews über ihre Arbeit als muslimische Erzieherin begann, hat sich zu einem tiefen Austausch über interkulturelle Praxis und das Leben zwischen zwei Kulturen entwickelt.

Im Fokus ihres Vortrags stand daher die tägliche Arbeit in der Kita Hildegardstraße in Leipzig. Die Kitasozialarbeiterin zeigte, wie interkulturelle Pädagogik dort gelebt wird – praxisnah, herzlich und mit offenem Blick für die Vielfalt der Familien. Besonders wichtig war ihr zu zeigen, dass interkulturelle Arbeit in der Kita nicht nur die Kinder stärkt, sondern auch ihre Eltern – und dass diese Arbeit Räume schafft, in denen Brücken gebaut werden.

Auch die weiteren Vortragenden sprachen persönlich, reflektiert und mit viel Offenheit über ihre Biografien sowie ihren pädagogischen Weg und Alltag. Für Islim Ince war es eine besondere Erfahrung: „Zum ersten Mal habe ich meine Geschichte in einem professionellen Rahmen geteilt – mit Bildern, ehrlichen Einblicken und Raum für Reflexion über meine pädagogische Entwicklung.“

Neben dem Austausch mit den Studierenden hebt Islim Ince auch das persönliche Miteinander mit den anderen Vortragenden als besonders bereichernd hervor. „Der direkte Austausch war für mich nicht nur spannend und anregend, sondern hat auch neue fachliche Impulse und Perspektiven eröffnet“, betont sie. „Ich habe mich sehr gefreut, Teil dieses Bildungsprojekts sein zu können.“

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