Innovationen anstoßen und Erfahrungswerte teilen: Kooperationen und KI in der Kinder- und Jugendhilfe

Künstliche Intelligenz in der Kinder- und Jugendhilfe? Spätestens seit ChatGPT beschäftigen sich auch soziale Organisationen zunehmend mit der Frage, wie KI dabei helfen kann, Abläufe zu vereinfachen, Prozesse zu unterstützen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Doch gerade bei so einem komplexen Thema wird schnell klar: Alleine ist das kaum zu stemmen. Es braucht starke Kooperationen und die gezielte Nutzung von Netzwerken, um Digitalisierung sinnvoll und nachhaltig umzusetzen. Auch Outlaw hat sich bereits auf den Weg gemacht. 

Nils Spinner, Leitung IT, Digitalisierung und Business Intelligence, analysiert dazu mit seinem Team die Produkte der verschiedenen Anbieter. „Wir prüfen zum Beispiel das Angebot zur KI-gestützten Erstellung von Dienstplänen. Auch verfolgen wir die KI-Pläne der Softwarehersteller, von denen wir Softwareprodukte im Einsatz haben“, beschreibt der Experte, betont aber auch: „Um Angebote besser bewerten zu können, brauchen wir unbedingt mehr Erfahrungswerte.“

Hier setzt das Kooperationsprojekt an, an dem sich aktuell die HHO – Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, ein Träger der Eingliederungshilfe – beteiligt. Die gemeinsame Vision: mit KI den pädagogischen Bereich deutlich entlasten. „Eine KI bietet nicht nur die Chance, schneller und einfacher an unternehmensinterne Informationen zu kommen. Ganze Arbeitsprozesse können automatisiert laufen, Mehrarbeit wird vermieden, Prozess- und Compliance-Vorgaben werden eingehalten und im besten Fall gibt es eine Schnittstelle zur Auslieferung des Ergebnisses ins Zielsystem“, stellt der IT-Experte vor.

Internes KI-Training bei Outlaw
Zunächst sollen intern Erfahrungswerte gesammelt werden. „Wir haben auf einen eigenen Server eine KI installiert, die intern Fragen beantworten kann. Das machen wir über zwei einfache Gaming-Grafikkarten. Die KI ist eine Art KI-Rohfassung“, erläutert Nils Spinner, der so auch Erkenntnisse sammeln möchte, welcher Aufwand hinter einem KI-Training steckt. Denn im Unterschied zu einem Chat-Bot gibt eine KI nicht nur vorher festgelegte Antworten einer Datenbank aus, sondern berücksichtigt den gesamten Kontext – z. B. den Inhalt eines Chatverlaufs und auch Nachfragen sind möglich. „Aufgrund der Rückmeldungen unserer Kolleg:innen möchten wir ermitteln, welche Parameter für das KI-Training relevant sind“, so Nils Spinner. Die KI ist seit September 2024 intern für alle Mitarbeiter:innen verfügbar.

Nils Spinner betont außerdem: „Das Thema ist nicht nur komplex, es braucht Ressourcen und vor allem Finanzen. Das können wir einfach nicht alleine stemmen.“ Im zweiten Schritt sollen Träger gemeinsam mit den gesammelten Erfahrungswerten Softwareanbieter gezielt beauftragen, Programme zu entwickeln, die den Anforderungen entsprechen. „Viele Hersteller machen ja bereits KI-Angebote, aber die beinhalten nicht unbedingt, was wir brauchen. Mit den gesammelten Erkenntnissen könnten wir das zukünftig konkret und gemeinsam einfordern.“

Hier geht´s zum Artikel in der aktuellen Ausgabe der gemeinsam - in die Zukunft:

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