Erleichterung in Leipzig: Das Fanprojekt kann weitermachen

Die Arbeit des Leipziger Fanprojekts geht weit über Fußball hinaus. Sozialpädagog:innen begleiten Jugendliche und junge Erwachsene, die zu den Fanszenen von Lok, Chemie und RasenBallsport Leipzig gehören. Sie vermitteln in Konfliktsituationen am Spieltag, helfen bei großen und kleinen Problemen, leisten wichtige Bildungs- und Demokratiearbeit, schaffen sichere Räume in denen jugendliche Fußball-Fans Selbstwirksamkeit erleben und sind Übersetzer:innen der Anliegen von Fans in das Fußball-Netzwerk. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist diese Arbeit unverzichtbar: Sie sorgt für Austausch statt Abgrenzung, für Perspektiven statt Ausgrenzung – und sie stärkt das Miteinander in der Stadt.

Noch im Frühjahr schien die finanzielle Lage für das Leipziger Fanprojekt extrem schwierig. Jetzt gibt es Grund zur Freude: Dank Spenden, politischer Unterstützung und neuer Förderentscheidungen auf Landes- und Bundesebene konnte die angespannte Situation nicht nur stabilisiert, sondern auch verbessert werden. „Nach Monaten voller Unsicherheit ist es ein riesiger Erfolg, dass wir unsere Arbeit nicht nur fortsetzen, sondern auch weiterentwickeln können“, sagt Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts Leipzig bei Outlaw.

Im Mai 2025 machte Outlaw öffentlich, wie ernst die Lage für das Fanprojekt Leipzig geworden war. Weder die städtische noch die landesweite Förderung deckten den tatsächlichen Bedarf, und zusätzlich erschwerte die Deckelung der Fußballförderung im Haushalt unsere Arbeit deutlich. Die Konsequenz: Selbst ein Fortbestehen des Projekts in seiner bisherigen Form konnte nicht mehr gesichert werden. Für die sozialpädagogische Begleitung der Fanszenen war das eine unhaltbare Situation. „Allein der Gedanke, dass wir Angebote einstellen oder sogar schließen müssten, hat viele Jugendliche und junge Erwachsene in den Fanszenen beunruhigt“, erinnert sich Projektleiter Dr. Christian Kohn.

Über den Sommer hinweg hat sich das Blatt gewendet. Schon die Spendenkampagne brachte in kürzester Zeit mehr als 5.000 Euro zusammen – ein klares Zeichen, wie wichtig das Projekt für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist. Fans, Unterstützer:innen und Netzwerkpartner:innen machten deutlich: Diese Arbeit darf nicht auf Eis gelegt werden. Parallel dazu fanden auf Landesebene zahlreiche Gespräche zwischen den sächsischen Fanprojekten, ihren Trägern und den demokratischen Fraktionen im Landtag statt. Mit Erfolg: Die geplanten Kürzungen der sächsischen Fanprojekt-Förderrichtlinie wurden aufgehoben. Stattdessen wurde die Landesförderung für die Jahre 2025 und 2026 erhöht. „Das war für uns ein entscheidendes Signal“, betont Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts Leipzig: „Damit steht fest: Die Arbeit der Fanprojekte in Sachsen wird als bedeutend und unverzichtbar anerkannt.“

Auch auf Bundesebene gab es entscheidende Veränderungen. DFB und DFL haben nicht nur ihre Fördersummen erhöht, sondern auch ein lang angestrebtes Anliegen umgesetzt: Die bisher gemeinsame Förderung für Lok und Chemie wurde aufgeteilt. Damit steht dem Leipziger Fanprojekt nun mehr Geld als bislang zur Verfügung. Das bedeutet Planungssicherheit und die Möglichkeit, die Besonderheiten der Fanszenen besser zu begleiten. Ab 2026 können wir personell aufstocken und dringend benötigte Strukturverbesserungen umsetzen.

„Unser Dank gilt allen Spender:innen, Fans, politischen Partner:innen und Unterstützer:innen im Netzwerk. Ohne euch wäre diese positive Wendung nicht möglich gewesen“, sagt Christian Kohn.

Auch wir als Träger möchten uns herzlich bedanken – bei allen, die gespendet haben, bei der Politik, die Verantwortung übernommen hat, und bei DFB und DFL, die eine Lösung gefunden haben.

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